Kunst, Kultur & Kohle… und gute Beziehungen? Die Rolle von Kunst und Kultur im Aufwertungsprozess Wilhelmsburgs. Ein ganzer Stadtteil wird ganz offiziell und mittels einer Aufwertungsmaschinerie umgewandelt; viele der dort lebenden Menschen müssen Wilhelmsburg bald verlassen.
Wir berichten vom Wilhelmsburger KulturStammtischSued (KUSS), der ein Jahr vor dem Riesenevent IBA und der IGS Bilanz zieht und fragt: “Haben (unsere?) kulturellen und künstlerischen Arbeiten dazu beigetragen, die Gentrifizierung des Stadtteils zu fördern (oder zu verhindern)?”
Im Studio diskutieren wir die Entwicklungen in Wilhelmsburg mit Beteiligten vom Arbeitskreis Umstrukturierung (AKU), Bürgerhaus Wilhelmsburg, Natur | Kultur (IBA Elbinsel Sommer 2008) und Südbalkon.
Im Studio: Rahel Puffert, Heiner Metzger, Lena Kaiser und Michel Chevalier
http://www.fsk-hh.org/transmitter/ibaigs_als_verdraengungsmaschine/62995
hier der Mitschnitt >>
Radiosendung FSK 93,0/101,4 Mhz 31.12.2011 14 – 20.00
hier ein Mitschnitt der 6 Stunden >>>>
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Altona Abroad #3
Ein kritischer Rückblick auf 2011
- Mietenwahnsinn, Vertreibungspolitik und Gefahrengebiete
- Kunst in den Fängen von IBA, Hafencity und Kreativwirtschaft
- Hamburg auf dem Weg in die Zwei-Drittel-Gesellschaft?
- Aufstand, oder alles Theater?
- „Altonas neue Kunstwelt“- Was treibt die Kreativ Gesellschaft mbH?
- Das Elbphilharmonie Debakel … ? ? ? ? ? ?
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Musik von: Gorge Trio/Kasai Trio, Tisch 5, Charlie Parker, Daphne Oram, Tied & Tickled Trio, Tumorchester, Sax Ruins, Dead Rider, Rig Rip and Panic, Anne Laplantine, Brian Settles + Central Union, Ornette Coleman, Amy Whinehouse, Keiji Haino, Deerhoof, Slint, Prince,the Minutemen, Sun Ra Medeski Martin & Wood, Costa Gröhn, Helgoland, Eric Dolphy, Big Bill Broonzy, Eugene Chadbourne, Sam Rivers…
erster Text:
Wir flanieren durch Altona, staunen über das Verschwinden der Straßenmusiker in der Ottenser Einkaufsmeile, die Verwandlung der Großen Bergstraße und eine subventionierte Kulturetage. Rätseln über neue Wohnanlagen, die sich “Lebensfreude Altona” nennen, die einschläfernde Bürgerbeteiligung an Hamburgs größten Bauprojekt in den nächsten Jahren und Bunker die sich in Energielieferanten verwandeln sollen.
Und, wir stolpern hinein in den Salon für die Hamburger Kreativwirtschaft “wildWECHSEL 2011″ (11.11.11). Inmitten der “kreativen Revolution” und anderen kulturpolitischen Spezialitäten führten wir einige Interviews mit illustren Gästen aus der Hamburger Kulturszene (Willfried Maier, Kultursenatorin Barbara Kisseler…)
Mitschnitt der Radiosendung >>
Ein Gang durch die Grosse Bergstrasse in Hamburg Altona. Bei dem die zahlreichen juedischen Geschaefte, Kultureinrichtungen und Synagogen beschrieben werden, die vor der Pogromnacht Altona Altstadt zu einem Zentrum juedischen Lebens in Hamburg machten. Judith Haman beschreibt in ihren Beitraegen das nahezu vollstaendige Verschwinden der juedischen Kultur in Altona, von den Nazis vorbereitet, seit 1933 gezielt vorbereitet und exekutiert bei den Pogromen 1938, mit Unterstuetzung vieler Anwohner.
2008 hatte Judith Haman am 9.11.einen Rundgang, ausgehend von der Blinzelbar in der Grossen Bergstrasse veranstaltet. In Gespraechen, Informationen, Bildern und Filmen zur “Geschichte und Gegenwart in Altona und anderswo” stellte sie ihre Dokumente ueber das juedische Leben in Altona vor und sprach mit den Besucher_innen ueber deren Kenntnisse. Ein Unterstuetzungsantrag beim Altonaer Bezirksamt wurde abgelehnt. Die behoerdliche Gedenkveranstaltung wollte keine Notiz von ihrem Rundgang nehmen.
Weitere Informationen und Bilder von der Rauminstallation “Eine Begegnung zum 70. Jahrestag der Pogromnacht 1938″ am 9.11.2008 in der Blinzelbar (Hamburg Altona, Grosse Bergstrasse 158)
auf der Blinzelbar Webseite >>>
Mitschnitt der Radiosendung Altona abroad 2 – 29.10.2011 – FSK 93,0/101,4 mhz >>
Altona abroad 2 Radiosendung
Ein akustischer Spaziergang von der neuen “Mitte Altona” Richtung Elbe über die Große Bergstraße, die Viktoria Kaserne zur Schomburgstraße. Viktoria Kaserne – die Kreativen und die Stadt, Bahngelände – Denkpause oder alles in trockenen Tüchern ?
Bahndirektion, Seefahrtsschule – die Architekten und Markendesigner kommen, Sichelfläche am Kaispeicher D, der Ikea Bunker und welche “Spezialisten” hier tätig sind, Kebap – was kann werden aus dem Bunker in der Schomburgstraße ?
> Demoberichte “Mietenwahnsinn stoppen”
Studiogäste:
Thomas Leske, Altopia, Robert Jarowoy, Fraktionsvorsitzender der Linken in Altona, Dorothee Daphi, annaelbe, Daniel Behrens, Frappant e.V., Heike Breitenfeld und Julian Stolte, Kebap
Dj: Michel Chevalier.
Redaktion, Moderation: Bettina Göbel, Jon Hagen, Judith Haman, Lena Kaiser, Heiner Metzger, Rahel Puffert, Dörte Schmidt-Reichhardt und Johannes Kohl
Der Mitschnitt von >>“Altona abroad” (3h)
Ein Spaziergang entlang der Großen Bergstraße zum Altonaer Bahnhof
Masterplan oder Zukunftsplan? ∙ Mietpreisentwicklung ∙ Abriss und Neubau ∙ Kunst und Nicht-Kunst ∙ Was heißt es in einem Haus zu leben, das umgebaut wird? ∙ kalte Winter ∙ harte Kämpfe ∙ Bürger- und andere Begehren ∙ Beteiligungsverfahren ∙ Planungslosigkeit und Intransparenz ∙ Rückblick und Weitsicht ∙ …
Im Studio: Bettina Goebel (Freiberuflerin) | Jon Hagen (Maler, Grafiker) | Judith Haman (Bildende Künstlerin, Blinzelbar, ehemalige 1.Vorsitzende des Frappant e.V.)
Lena Kaiser (Sozialwissenschaftlerin und freie Autorin) | Heiner Metzger (Musiker, Blinzelbar) | Rahel Puffert (Kulturwissenschaftlerin, Publizistin)
Mit Aktiven aus den Initiativen Altopia, Autonomes Zentrum Altona, Avanti, Ein Gang zulegen (angefragt), Altonaer Plattform gegen Verdrängung, aus der ag-Mieten im Netzwerk Recht auf Stadt, selbstverwaltetes Stadtteilzentrum in Altona, Frappant e.V. in der Viktoria Kaserne
Studiodiskussion Samstag, 31. Juli 2010 14 – 17.00 bei FSK 93,0/101,4 mhz ……..
die Mitschnitte der Studiodiskussion:
14 – 15.00 15 – 16.00 16 – 17.00
mit: Dodo Adden (Kulturschaffender, Frappant e.V.) | Skrollan Alwert (feuerloescher tv) | Benjamin Häger (Frappant e.V.) | Judith Haman (Blinzelbar im Frappant) | Tina und Maike (Initiative “Kein-Ikea-in Altona”) | Michael Sauer(Bezirksabgeordneter “Die Linke”) | Christoph Twickel (Initiativen “Einen Gang Zulegen + Not in our Name, Marke Hamburg”)
Moderation: Heiner Metzger
Es war still geworden um den Plan von Ikea, ein Möbelhaus an der Großen Bergstraße in Altona anzusiedeln. Der geplante Abriß des Frappant Gebäudes wurde auf den Dezember 2010 verschoben. Am 27. Juli gab die Pressestelle des Senats nun bekannt: “Die Behörde für Stadtentwicklung (BSU) hat den Bauvorbescheid für die Ansiedlung von Ikea in Altona erteilt. Auf 21 Seiten ist dokumentiert, unter welchen Bedingungen und Auflagen das Vorhaben grundsätzlich genehmigt werden kann.” Über Inhalte, Vorgaben oder Auflagen schweigen sich beide Seiten aus. Die Kaufentscheidung des Konzerns für das Frappant Gebäude wird nun verhandelt, doch entweder werden die schon bekannten Baupläne realisierbar oder der Möbelkonzern wird seine Finger davon lassen. Ein Möbelhaus über die Grundstückgrenzen, 12 Stunden Öffnungszeiten, Midnightshopping und 982 Pkw-Stellplätze müssen sein. Nur wenige Wochen davor brachten die Bezirkspolitiker der regierenden CDU/GAL Koaltition ihre kreativen Einfälle ins Gespräch: der Fußgängertunnel vom Altonaer Bahnhof in die Große Bergstraße sollte an Ikea übergeben, eine “Ikeabus”linie eingerichtet und der Goetheplatz zur erweiterten Ikea Restaurant- und Einkaufszone umgestaltet werden. Doch der Bezirk Altona hat nichts mehr zu entscheiden. Das Genehmigungsverfahren zum Bau der Ikea Filiale wurde im Januar vom Hamburger Senat “evoziert”, er entscheidet seitdem über die Bauvorgaben. Im Juli wurde dann die Planung für die “Mitte-Altona”* evoziert, und wen wunderts, am 22. Juli stimmten die CDU/GAL Fraktionen in der Altonaer Bezirksversammlung für eine Übertragung der Zuständigkeit an die BSU für die nächsten 15 Jahre. Keine “soziale Erhaltungsordnung” wird es für das Gebiet Große Bergstraße/ Nobistor geben: “bei der Errichtung von zusätzlichem Wohnraum ist in ausreichendem Maße attraktiver Wohnraum für Haushalte mit mittlerem bis höherem Einkommen zu schaffen und die Sozialstruktur im Gebiet positiv zu verändern” (aus dem “Erneuerungskonzept” des Bezirksamts Altona). Die von den Gegnern der Ikeaansiedlung prognostizierten negativen Folgen: zuviel Verkehr, die Verdrängung von Haushalten mit niedrigeren Einkommen, ein selten häßlicher Gelber Klotz mit Rundumdieuhrshopping in einem Wohnquartier könnten bald Realität werden.
Der Bürgerentscheid im Januar hat ein Verstummen der öffentlichen Diskussion bewirkt, doch, ist jeder Widerstand, jegliche Kritik nun aussichtslos oder könnte sie Ikea gar vor einer großen Dummheit bewahren ? Die “Recht auf Stadt” Bewegung, wendet sie sich nun anderen Themen zu oder ist sie eher mit sich selbst beschäftigt ? In die Viktoriakaserne sind viele Frappantkünstler umgezogen, der Mietvertrag läuft bis April 2011 – und dann ?
* “Mitte-Altona” wird das gesamte bisherige Bahn-und Postgelände vom Altonaer Bahnhof bis über den Diebsteicher Bahnhof hinaus genannt.
Radiosendung FSK 15.8.09 14 – 15.00 | Radiosendung FSK 93,0 15 – 16.00 | Radiosendung FSK 93,0 16 – 17.00
In der Sendung wird Ikeas Schmutzwäsche sortiert, mit Anwohnern und Mietern des Frappant Gebäudes gesprochen.
Das Möbelhaus Ikea soll Altona “kreativ” zurichten, den “Schandfleck Frappant” entfernen und “das gesamte Umfeld aufwerten”, die
regierende Politik klatscht Beifall. Über 35 Meter hoch soll der neue Ikeaklotz werden, mit sieben bis acht Stockwerken für Verkaufsflächen und Parkdecks für die 6000 an-und abfahrenden Kunden-Pkws, die Ikea täglich erwartet.
Wie die zwei kleinen Straßen, die dort hinführen, den Verkehr bewältigen sollen, was es für die Anwohner bedeutet, daß sich die Mieten in der Umgebung erhöhen werden; für die Lokalpolitiker von CDU, GAL und SPD scheint das kein Problem. Sie begrüßen die Ansiedlung von Ikea in der Großen Bergstraße. Und befürworten den Abriß des Frappantgebäudes und damit den Rauswurf der über 140 KünstlerInnen, die Räume im Erdgeschoß und im 4., 5., 6., und 7. Stock des Frappantgebäude angemietet haben. Die sich hier Werkstätten, Ateliers und Studios eingerichtet haben, Konzerte, Ausstellungen und Videofestivals veranstalten und an einem Konzept für die weitere Nutzung des Frappantgebäudes als Kultur-und Sozialzentrum arbeiten.
Wozu hat der Hamburger Senat Anfang Juli 2009 die Gründung einer “Kreativagentur” und eines “Fonds für Kreativ-Immobilien” beschlossen? Um ein Imageproblem zu beheben: Hamburg wird nicht als “kreative” Stadt wahrgenommen – von Bewohnern, Politikern und Touristen.
Eine Sendung mit aktuellen Informationen über die Ikea-Pläne, den Ikea Konzern, Aktionen gegen Gentrifizierung in Altona und die „kreativen“ Versuche der regierenden Politik, jeden Freiraum mit dümmlichen Konsumklötzen zu erschlagen.
mit Cläre Caspar – Kostümdesignerin im Fappant, Florian/avanti, Judith Haman – bildende Künstlerin/Blinzelbar im Frappant, Jonas/Centro Sociale, Ulrich Mattes – bildender Künstler/Dachverband aktuelle Kunst Hamburg, Michael Sauer – Anwohner und Bezirksabgeordneter im Bezirk Altona / Die Linke, und weiteren Gästen.
Moderation: Heiner Metzger
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